Es sollte dir zur Selbstverständlichkeit werden, vor jedem Surfen die Ausrüstung auf ihren Zustand zu überprüfen. Angerissene Powerjoints oder Tampen können ebenso wie lose Fußschlaufen oder ein schlecht sitzendes Segeltop schnell in eine Notsituation führen.
Wenn du einen längeren Surfausflug planst, solltest du bei Bekannten oder an der Surfschule folgende Informationen hinterlassen: Wohin du surfst? Voraussichtliche Rückkehr? Geplante Pausen unterwegs? Deine Segelfarbe?
Strömungen sind vom Ufer aus schwer zu erkennen. Im ungünstigen Fall können sie sich als sehr tückisch erweisen, da man gegen eine starke Strömung kaum anpaddeln oder schwimmen kann. In Binnenrevieren entstehen Strömungen durch Zu- und Abflüsse. Lebensgefährlich kann es im Bereich der Wehre von Talsperren werden. Diese sind allerdings durch gut sichtbare Warntafeln gesichert.
Am offenen Meer entstehen Strömungen vor allem durch Gezeiten: Eine Gezeit umfasst zwei aufeinanderfolgende Hochwasser. Ungefähr alle 12,5 Stunden erreicht das Wasser seinen jeweils höchsten Stand. Nach dem Hochwasser fällt der Wasserstand; es herrscht Ebbe, das Wasser läuft ab. Nach etwa 6,25 Stunden ist der Zeitpunkt des Niedrigwassers erreicht; anschließend steigt der Wasserstand wieder. Diesen Zeitraum nennt man Flut oder auflaufendes Wasser.
Die stärksten Strömungen entstehen: Wo der Tidenhub, der Höhenunterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser, besonders groß ist. Wo das Wasser um Inseln oder andere im, ggfs. unter Wasser liegende Hindernisse herum fließen muss. In jeweils der dritten und vierten Stunde vor und nach dem Hochwasser.
Im Uferbereich kann die Strömung durch Hindernisse (Sandbänke, Inseln, Buhnen) umgeleitet werden und läuft daher nur im Ausnahmefall direkt in Richtung der Gezeiten. Man kann sich also keineswegs darauf verlassen, dass die Strömung bei Flut zum Ufer und bei Ebbe zum Meer hin verläuft. Erkundige dich daher vor dem Surfen, ob und wann in deinem Revier starke Strömungen auftreten können.
Paddeln oder warten und gleich Hilfe rufen - das ist eine schwierige Entscheidung: Zum Paddeln musst du das Rigg unbedingt abbauen oder es aufgeben, wartest du dagegen auf deine Retter, brauchst du das aufgespannte Rigg als Treibanker sonst wird dein Brett zu schnell abgetrieben. Besonders gegen starken, ablandigen Wind wird das Paddeln sehr anstrengend. Es kommt leider häufig vor, dass man dabei die Entfernung unterschätzt und letztlich doch völlig erschöpft auf Retter angewiesen ist. Zurückpaddeln solltest du nur dann, wenn du sicher bist, die Strecke problemlos zu bewältigen.
Das Notsignal muss deutlich und gut sichtbar gegeben werden, damit eine Rettung zügig eingeleitet werden kann. Du hast zwei Möglichkeiten: - Sitzend, kniend oder stehend werden die seitlich ausgestreckten Arme deutlich langsam auf- und ab bewegt. - Oder auf das Brett stellen (knien), das Gleichgewicht durch Zug an der Aufholleine stabilisieren. Mit der anderen Hand einen grellfarbenen.
Gegenstand (z.B. Trapez) in langsamen Kreisen schwenken. Gib solange Notsignale, bis du sicher bist, dass Hilfe zu dir unterwegs ist. Zusätzlich solltest du in regelmäßigen Abständen dein Rigg aufziehen. Deine Retter können dich im Wellengang oder gegen gleißendes Licht so besser ausmachen. Lass im Zweifelsfall dein Rigg aufgespannt und bleibe in jedem Fall beim Brett. So sparst du Kräfte und wirst vom Boot oder Rettungshubschrauber besser gesehen. Wenn du einen anderen Surfer siehst,der Notsignale gibt, bist du zur Hilfeleistung verpflichtet.